Neues Rathaus München
Das Neue Rathaus in München ist gar nicht so neu, wie es klingt. Das Neue Rathaus entstand, weil München in einer Platznot steckte. Die Stadt wuchs und wurde größer – und mit ihr auch das Rathaus. Da das Alte Rathaus zu klein war, wurde der Bau eines neuen Rathauses beschlossen. Bei dem Neuen Rathaus handelt es sich um einen neugotischen Bau aus der Jahrhundertwende. Von 1867 bis 1874 baute der Architekt Georg von Hauberrisser den Prachtbau aus Back- und Muschelkalkhausstein. Zuvor hatte er einen Ideenwettbewerb für den Neubau gewonnen. Die Entwürfe orientierten sich am neugotischen Stil, dem die Architekten in München ihre eigene Note gaben, sodass das Rathaus in einem Kontrast zum Königshaus gebaut wurde.
An der Nordseite des Marienplatzes wurde das Neue Rathaus gebaut. Als wieder klar wurde, dass auch der Neubau nicht reichen würde, um die gesamte Verwaltung fassen zu können, wurde mehr Platz für das Rathaus in München eingeräumt.
Das Neue Rathaus wurde während des Zweiten Weltkrieges bei Bombenangriffen nur leicht beschädigt, und wurde nach Ende des Krieges umgebaut. Trotz des Umbaus sollte der alte Eindruck erhalten bleiben. So entstand zwar ein zusätzliches Stockwerk, das aber hinter einer neugotischen Balustrade liegt, sodass das alte prachtvolle Bild nicht gestört wird. Ende des 20. Jahrhunderts dann wurde das Neue Rathaus in Details wieder rekonstruiert.
Die Architekten schufen einen gigantischen Gebäudekomplex. Sechs Innenhöfe und der Gebäudekomplex messen eine Grundstücksfläche von 9159m², von denen etwas über 7100m² bebaut sind.
Das Neue Rathaus hat auch einen Rathausturm. 85 Meter ist dieser hoch und mit dem berühmten Münchner Kindl enthält es oben an der Turmspitze das fünftgrößte Glockenspiel in ganz Europa. Viele verschiedene Melodien und Lieder wurden im Laufe der Jahre dort oben gespielt.
400 Räume hat das Neue Rathaus, in dem heute die Stadtverwaltungsleitung, der Oberbürgermeister und der Stadtrat arbeiten.